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flashversion Manuel Wirsing

Literatur

Presse: Artikel Aus der Allgemeinen Frankfurterin 12.12.03

Die holzsche Revolution

Eine neue Epoche in der Wissenschaft,
eine persönliche Genugtuung, ein Umbruch der Wahrheit.

Von Dr. Immanuel G. F. von Wirsing



STOCKHOLM, 8. Dezember.
Die vorweihnachtliche Ruhe des paritätisch besetzten Nobelpreiskomitees
ist aus den Fugen geraten. Nachdem in der jüngsten Ausgabe des
britischen Fachjournals "Nature" (Bd. 456, S. 1ff.) Auszüge aus dem jüngsten,
epochalen Forschungsprojekt der Wahlfrankfurterin A.K. Holz
erschienen schwankt die morsche Welt der Forschungstreibenden zwischen
Euphorie und Panik.
"Die Arbeit von Holz kann als Blähung betrachtet werden im verzwickten Darm
der Wissenschaften", so ein Schwede "die sich nun befreiend ihren Weg ans
Licht der Freiheit gewagt hat, und einiges wegspült, was viele graue Eminenzen
bereits liebgewonnen hatten."


Das Werk des Ausnahmegenies liegt dieser Zeitung nun exklusiv als Ganzes vor.
In "Ausgestorben - Zufall oder Vorsehung?" geht Holz dem Phänomen von bisher
unbekannten Tierarten auf den Grund, deren Fortbestehen möglicherweise hätte
gesichert werden können, wären da nicht die Eitelkeiten und Verbohrtheiten des
wissenschaftlichen Betriebs, die Grausamkeiten der Politik, ja, letztlich
das Schlechte an sich, gewesen.
Die hochbegabte Querdenkerin hatte gesucht, wo keiner bisher zu suchen wagte:
Unter den Längen- und Breitengraden unseres Planeten. Ihrem hellsichtigen Einsatz,
ihrem klaren Verstand und ihrem ungebrochenem Einsatzwillen ist es zu Verdanken,
dass die Menschheit nun doch von der außergewöhnlichen Fauna erfährt, die alles
bisher Bekannte zur Nichtigkeit relativiert. Darwin ade!


Dem jetzigen Erfolg geht eine generationenübergreifende Tragödie der
Wissenschaftlerfamilie Holz voraus. Als der vom jüdischen Glauben zu den Zeugen
Jehovas übergetretene Großvater Herschel Holz, vor seinem wissenschaftlichen Durchbruch
stand versalzten ihm die Nazis die Suppe.
Sein Engagement für homosexuelle Roma war dem Regime übel aufgestoßen.
"Holz der Deifel!" titelte seinerzeit der "Arische Adonis" - der Forscher
verschwand spurlos. Dem unnachgiebigen Entdeckungsdrang der Nachkommen tat dies
keinen Abbruch, vielleicht veranlasste sie gar gerade der Fluch der hetzerischen
Nazipostille überall zu graben und zu stöbern.
Doch ihr Querdenkergeist gelangte bis in jüngste Zeit auch in der Bundesrepublik
nicht an die ihm gebührenden Spitzen der Anerkennung.


Für seine bahnbrechende Idee nach den archäologischen Entdeckungen im
Zweistromland nun auch im Wechselstromland zu graben wurde Egidius Holz, der Vater
der heutigen Nobelpreisaspirantin, von verbohrten Kollegen seinerzeit nur belächelt
Nach seinem tragischen Tod bei der ersten Grabung, lasteten die Ungläubigkeit und
das Misstrauen der Forschungsgemeinde auf A.K. Holz.

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